| FELLPFLEGE
Der
Neufundländer hat ein dichtes, langes, doppeltes Fell, das sorgfältiger Pflege
bedarf.
Zweimal
im Jahr wird das Fell gewechselt, Hündinnen verlieren
zusätzlich noch vor ihrer
Läufigkeit das Fell. Bei Neufundländern heißt dies:
Überall finden sich die
„Wollmäuse“, und beim Bürsten ist nicht nur die
Bürste oder der Kamm nach einem
Strich voll – es ist eine ganze Einkaufstüte voll!!! Und
dies bedeutet über mindestens zwei bis drei Wochen lang vollen
Einsatz! Aber Ihr Hund genießt es. Und wenn Sie glauben, es
ist geschafft, haart Ihr Hund immer noch ab!
Schon
als Welpe sollte sein Züchter ihn an das Bürsten und Kämmen gewöhnen, damit Ihr Hund
es gelernt hat, dies zu genießen. Filzstellen im Fell entstehen durch die dichte
Unterwolle äußerst schnell und sind nur anfangs genauso schnell wieder zu entfernen.
Sie können Hauterkrankungen begünstigen, da sich zwischen Filz und Haut z. B.
Ekzeme entwickeln können, die der Besitzer anfangs einfach nicht sehen kann
(später wird er sie riechen). Auch eine Besiedlung von Parasiten wird u. U.
begünstigt , da sie sich ungestört vermehren können.
Verfilzungen
können innerhalb von zwei, drei Wochen entstehen. Sie können in dieser Zeit z.
B. hinter und unter den Ohren pflaumengroß und in den „Hosen“ an den
Hinterbeinen apfelgroß werden. Diese sind dann nicht mehr ohne Ziepen oder
Reißen zu entfernen. Für den Hund ist das speziell an seinen „heiligen
Stellen“, den Innenseiten der Hinterläufe, eine Tortur - und er wird sich gegen
das Bürsten wehren. Unter diesen Umständen kann der Bürstversuch zu einer
Machtprobe werden. Dies sollte unbedingt vermieden werden!!!
Nach
jedem Spaziergang sollte das Fell von
mitgebrachten Ästchen, Blättern, Kletten, Erde etc. gesäubert werden. Der
Neufundländer lernt auch schnell, dass ihm vor der Haustür die Pfoten
und der Bauch mit einem feuchten Tuch gesäubert werden, bevor er eintreten
darf. Erst später, wenn das Fell trocken ist, können verklebte und verknotete
Stellen aufgelockert und duchgebürstet werden.
Mindestens
einmal in der Woche ist dann eine gründliche Reinigung angesagt. Am einfachsten
geht dies auf einem Tisch. Das ist für den Besitzer „bandscheibenfreundlich“,
und der Hund steht auf Augenhöhe auf begrenztem Platz. Er kann nicht – wie auf
dem Boden – sich einfach hinwerfen, herumrollen und davon machen.
Dies
ist besonders für Tierarztbesuche eine wertvolle
Übung. Sie und speziell Ihr Tierarzt werden es sehr zu
schätzen wissen, wenn Ihr Hund
problemlos auf den Untersuchungstisch steigt bzw. sich hoch heben
läßt!

Ein spezieller Trimmtisch.
Sie als Besitzer sollten ein festes Schema für die Körperpflege entwickeln, z. B. von vorn nach hinten.
Zuerst wird der Kopf bearbeitet, Augen, Ohren, Gebiß werden kontrolliert und
gesäubert. Danach geht es an den Hals,
Nacken, danach z. B. die rechte Körperseite – anschließend die linke. Der Hund
ist ein Gewohnheitstier, und er wird schon nach einigen Wiederholungen wissen,
was wann an die Reihe kommt.

Ein Gartentisch tut es auch.
Danach
kann ein „Blower“ eingesetzt werden. Dies ist ein extra starker Föhn für Hunde.
Es gibt ihn in den unterschiedlichsten Stärken und Preislagen. Für einen
Neufundländer benötigt man einen Blower von mindestens 1600 Watt, damit er
trotz der dichten Unterwolle noch bis zur Haut vordringt. Damit werden auch die
letzten losen Haare und Hautschuppen entfernt. Das Fell verliert den Grauschleier
und glänzt wie die berühmte Speckschwarte. Nach anfänglichem Sträuben (wegen
des ungewohnten Geräusches und des Luftdruckes) genießen die Neufundländer das
Föhnen und stellen sich später auch freiwillig hin, sobald sie den Blower
sehen.
Anfangs
können einige Schmusepausen eingelegt werden – aber kein Spiel. Bei einem
Welpen kann man auch ab und zu ein
Leckerchen nach einer „schwierigen“ Stelle geben. So verbindet der Hund Bürsten mit angenehmer Zuwendung.
Nur,
wenn dieses gründliche Bürsten und Kämmen in regelmäßigen, kurzen Abständen
durchgeführt wird, können keine größeren Problemzonen entstehen. Auf diese Weise wird es für
den Besitzer nicht zum Kraftakt und für den Hund auch nicht schmerzhaft.
Nach
dem Fellwechsel sollte der Neufundländer gewaschen werden. Auch nach den
Läufigkeiten ist das Baden angesagt. Im Handel werden spezielle rückfettende
Hundeshampoos angeboten. Die Züchter werden sicher ihre Erfahrungen mit den
Produkten weitergeben. Mit dem Blower ist der Hund nach ca. ½ Stunde
„bügelfeucht“. Danach erfolgt ein Spaziergang, bei dem der Hund sich trocken
läuft. Auf diese Weise können keine neuen Verfilzungen entstehen.
Das
Ergebnis ist ein gepflegter, glänzender Neufundländer, der überall gern gesehen
wird und auf den sein Besitzer stolz sein kann.
(Autor: Sibylle Welzbacher)
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